Arten von Angst: 7 Angststoerungen und Ihre Behandlung
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Das DSM-5 klassifiziert 7 Hauptarten von Angst: generalisierte Angststoerung (GAS), Paniksttoerung, soziale Phobie, spezifische Phobien, Zwangsstoerung (OCD), posttraumatische Belastungsstoerung (PTBS) und Trennungsangststoerung. Laut der WHO betreffen Angststoerungen insgesamt 4% der Weltbevoelkerung (ueber 301 Millionen Menschen), wobei GAS und soziale Phobie die verbreitetsten Formen sind. Jede Art erfordert einen spezifischen therapeutischen Ansatz: die KVT ist bei allen wirksam, aber Phobien sprechen besser auf schrittweise Konfrontation an, OCD auf Reaktionsverhinderung und PTBS auf EMDR.
Angst Verstehen
Angst ist eine natuerliche emotionale Reaktion, die sich durch Sorge, Anspannung und Unruhe aeußert.
Definition und Unterscheidung
Angst zeigt sich als Alarmzustand von Koerper und Geist gegenueber als bedrohlich empfundenen Situationen.
Die mit Angst verbundenen Emotionen umfassen:
- Anspannung
- Besorgnis
- Staendige Sorge
- Gefuehl drohender Gefahr
Symptome und Anzeichen
Koerperliche Symptome:
- Beschleunigter Herzschlag
- Uebermaeßiges Schwitzen
- Muskelverspannungen
- Schlafstoerungen
Psychische Symptome:
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Reizbarkeit
- Geistige Unruhe
- Wiederkehrende negative Gedanken
Normale vs. Krankhafte Angst
Normale Angst dient als Schutzmechanismus und loest sich auf wenn die Stresssituation endet.
Krankhafte Angst haelt auch ohne reale Bedrohungen an und aeußert sich mit unverhaaeltnismaessiger Intensitaet, wobei sie die Qualitaet des taeglichen Lebens beeintraechtigt.
Die Arten von Angststoerungen
Generalisierte Angststoerung
Die generalisierte Angststoerung ist durch uebermaeßige und anhaltende Sorge ueber verschiedene Aspekte des taeglichen Lebens gekennzeichnet.
Die Hauptsymptome umfassen:
- Staendige Muskelverspannungen
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Schlafstoerungen
- Unruhe
- Muedigkeit
Soziale Angststoerung (Soziale Phobie)
Soziale Angst aeußert sich als intensive Furcht vor sozialen Situationen und dem Urteil anderer.
Die haeufigsten Anzeichen sind:
- Uebermaeßiges Schwitzen
- Zittern
- Erroeten des Gesichts
- Vermeidung sozialer Situationen
Zwangsstoerung
Die Zwangsstoerung aeußert sich durch aufdringliche Gedanken (Zwangsgedanken) und sich wiederholende Verhaltensweisen (Zwangshandlungen).
Die haeufigsten Zwangsgedanken betreffen:
- Verunreinigung
- Ordnung und Symmetrie
- Unerwuenschte Gedanken
- Kontrollbeduerfnis
Die zwanghaften Verhaltensweisen umfassen:
- Haeufiges Haendewaschen
- Wiederholtes Ueberpruefen von Tueren und Fenstern
- Zaehlen oder Wiederholen von Woertern
- Obsessives Ordnen von Gegenstaenden
Phobien und Spezifische Aengste
Spezifische Phobien
Spezifische Phobien aeußern sich als intensive und irrationale Aengste gegenueber bestimmten Reizen.
Zu den haeufigsten spezifischen Phobien gehoeren:
- Arachnophobie: Angst vor Spinnen
- Kynophobie: Angst vor Hunden
- Emetophobie: Angst vor dem Erbrechen
- Nomophobie: Angst ohne Mobiltelefon zu sein
Agoraphobie
Agoraphobie ist durch intensive Angst vor Orten oder Situationen gekennzeichnet, von denen es schwierig sein koennte sich zu entfernen. Menschen mit Agoraphobie vermeiden oft ueberfuellte Orte, oeffentliche Verkehrsmittel und offene Raeume.
Angst im Zusammenhang mit Traumatischen Ereignissen
Posttraumatische Belastungsstoerung
Die posttraumatische Belastungsstoerung entwickelt sich nach der Exposition gegenueber extrem belastenden Situationen.
Die Hauptsymptome umfassen:
- Aufdringliche Erinnerungen an das Ereignis
- Wiederkehrende Alptraeume
- Lebhafte Flashbacks
- Vermeidung von mit dem Trauma verbundenen Orten oder Situationen
Trennungsangst
Trennungsangst ist durch uebermaeßige Furcht im Zusammenhang mit der Trennung von den wichtigsten Bezugspersonen gekennzeichnet.
Die haeufigsten Anzeichen sind:
- Intensive Angst waehrend der Trennung
- Staendige Sorge um die Sicherheit der Lieben
- Schwierigkeiten allein zu schlafen
- Koerperliche Symptome wie Kopfschmerzen oder Uebelkeit
Einfluesse und Ursachen
Biologische und Genetische Faktoren
Die genetische Veranlagung spielt eine bedeutende Rolle. Ungleichgewichte der Gehirn-Neurotransmitter, insbesondere Serotonin und Noradrenalin, koennen die Anfaelligkeit erhoehen.
Einfluss von Lebenserfahrungen
Traumatische Erfahrungen in der Kindheit oder im Erwachsenenalter koennen eine Grundlage fuer die Entwicklung von Angststoerungen schaffen.
Taegliche Stressfaktoren:
- Finanzielle Probleme
- Ploetzliche Lebensveraenderungen
- Soziale Isolation
- Beruflicher Druck
Diagnose der Angststoerungen
Klinische Bewertung
Der diagnostische Prozess beginnt mit einem ausfuehrlichen klinischen Gespraech. Die Bewertungsinstrumente umfassen:
- Standardisierte Frageboegen
- Angstbewertungsskalen
- Spezifische psychologische Tests
DSM-5-Kriterien
Das DSM-5 legt spezifische Kriterien zur Diagnose von Angststoerungen fest. Die Symptome muessen mindestens 6 Monate anhalten und erhebliches Unbehagen verursachen.
Therapeutische Ansaetze
Psychotherapie
Psychotherapie bietet einen sicheren Raum um die tieferen Ursachen der Angst zu erforschen. Die Vorteile umfassen groesseres emotionales Bewusstsein und bessere Stressbewaeltigungsfaehigkeiten.
Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)
Die KVT ist ein strukturierter Ansatz, der sich auf die Veraenderung dysfunktionaler Gedanken konzentriert. Der Patient lernt:
- Automatische negative Gedanken zu erkennen
- Sie durch realistischere Interpretationen zu ersetzen
- Sich gefuerchteten Situationen schrittweise zu stellen
Medikamentoese Therapie
Angstloeser und Benzodiazepine werden zur schnellen Kontrolle akuter Symptome eingesetzt. Die medikamentoese Therapie wird oft mit anderen therapeutischen Ansaetzen kombiniert.
Leben mit Angst
Taegliche Bewaeltigung
Die Tagesroutine spielt eine grundlegende Rolle bei der Angstkontrolle. Regelmaessige koerperliche Aktivitaet, auch nur 20 Minuten Gehen am Tag, reduziert die Angstsymptome erheblich.
Soziale und Familiare Unterstuetzung
Menschen die unter Angst leiden brauchen ein verstaendnisvolles und geduldiges Umfeld. Es ist nuetzlich kleine Gruppen vertrauter Personen zu pflegen und offen die eigenen Grenzen zu kommunizieren.
Haufig gestellte Fragen
Was sind die wichtigsten koerperlichen Symptome von Stress und Angst?
Die haeufigsten koerperlichen Symptome umfassen Herzrasen, uebermaeßiges Schwitzen und Muskelverspannungen. Die Atmung kann schnell und flach werden, oft begleitet von Zittern der Haende. Es koennen Verdauungsstoerungen wie Uebelkeit und Bauchkraempfe auftreten.
Wie aeußern sich Angstkrisen und welche Symptome bringen sie mit sich?
Waehrend einer Angstattacke verspuert man ein intensives Gefuehl von Panik und grundloser Angst. Man kann Schwindel, Ohnmachtsgefuehl und Atembeschwerden erleben.
Welche neurologischen Symptome koennen mit Angst verbunden sein?
Schlafstoerungen sind eines der haeufigsten neurologischen Symptome. Haeufig treten Konzentrationsschwierigkeiten und Kurzzeitgedaechtnisprobleme auf. Spannungskopfschmerzen und Benommenheitsgefuehl sind gaengige Erscheinungen.
Welche Schritte sind bei Angstattacken zu unternehmen?
Einen ruhigen Ort finden und mit tiefen Atemuebungen beginnen ist der erste wesentliche Schritt. Einen visuellen Bezugspunkt halten und sich auf die Gegenwart konzentrieren hilft sich zu beruhigen.
Welchen Ansatz verfolgt das DSM-5 bei Angststoerungen?
Das DSM-5 klassifiziert Angststoerungen in spezifische Kategorien basierend auf den vorherrschenden Symptomen. Die Richtlinien helfen Fachleuten genaue Diagnosen und gezielte Behandlungsplaene zu formulieren.